n o r d l y s e t - f o t o g r a f i e
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Schöne Tage in und um Kirkenes

Am 7. Reisetag starten wir bei noch immer fantastischem Wetter nach dem Frühstück Richtung Kirkenes. Wir stockten noch die Wasservorräte in Inari auf ... gar nicht so einfach herauszufinden, was mit und was ohne Kohlensäure ist. Da stoßen meine nicht vorhandenen Finnischkenntnisse sehr schnell an ihre Grenzen. Glücklicherweise steht es meistens auch auf Schwedisch auf den Flaschen ... damit kann ich dann doch mehr anfangen.

 

Kurz nachdem wir auf die letzte Straße vor Norwegen abgebogen waren – die 962 Richtung Neiden, bot sich uns ein herrlicher Ausblick. Ein wunderschön gelegener kleiner See – umgeben von Bäumen, Blau- und Preiselbeeren. Dort musste natürlich ein Fotostop passieren – dabei gab es dann auch die ersten Mückenstiche dieses Urlaubs. Aber ... müssen die Viecher ins Gesicht pieksen?

 

Kurz vor der Grenze tankten wir noch einmal „günstig" – für 1,594€. In Norwegen kostete der Diesel umgerechnet 1,82 €. Nachdem wir kurz in Kirkenes Bargeld geholt hatten, beschlossen wir, noch ins Pasviktal (RV885) zu fahren. Zuerst Mittagspause mit Fjordblick. Es gab lecker Polarbrød mit Käse und Schinken oder Lachs. Lecker :)

 

Aber vor dieser Straße hätte man warnen müssen. Holla ... das war heftig! Nicht, dass wir sensibel oder mimosenhaft wären. Eigentlich sind wir Schotterpisten usw. gewohnt und haben damit kein Problem. Das Pasviktal ist zwar durchaus sehenswert, aber gefährlich für Autos und Fahrer. Extrem uneben und reich an Schlaglöchern, das Ausweichen ist kaum möglich. Wir bewegten uns an der Norwegisch-Russischen Grenze entlang. An einer Stelle konnte man sogar die rauchenden Schornsteine der russischen Stadt Nikel sehen.

 

Im Anschluss an diesen ersten Abenteuertrip auf norwegischem Terrain fuhren wir zu Nicole und Hans nach Kirkenes. Dort waren wir ja an diesem Abend verabredet und wurden entsprechend herzlich empfangen. Wir entschlossen relativ spontan, dass wir grillen wollten – so fuhren Nicole und ich noch fix einkaufen und die Herren konnten sich schon mal bei russischem Wodka kennenlernen :) und den Grill anheizen. Sergej, ein russischer Angestellter von Hans, hatte für das Getränk gesorgt.

 

Nachdem wir vom Einkaufen zurück waren, wurde alles vorbereitet - jeder packte irgendwie mit an und so saßen wir schnell in geselliger Runde auf dem Balkon und genossen die großartige Aussicht über Kirkenes und den Fjord. Etwas später kamen Turit und Andreas, Gäste aus Stralsund noch dazu – so war die Norwegisch-Russisch-Deutsche Runde komplett. Wodka, Bier und Wein schmeckten dazu sehr gut und als dann Norges foltball jenter noch Dänemark im EM-Halbfinale schlugen, war der Abend perfekt. Ich fand an diesem Abend einen neuen, vierbeinigen Freund: Scott – der kleine Hund von Hans und Nicole. Er ließ sich während des Fußballspiels ausgiebig von mir kraulen. So klang der Tag langsam aus – alle waren müde und jeder verzog sich in sein Nachtdomizil.

Heute hatten wir das erste Mal in diesem Urlaub morgens etwas Regen. Es Es tröpfelte auf unser Dach. Nachdem wir alle ausgeschlafen hatten, traf man sich in der Küche. Sergej hatte schon Kaffee gekocht. Jenny kam vorbei, sie hatte heute die frühe Königskrabbentour mit Sergej und vor Arbeitsbeginn müssen bei Hans und Nicole immer ein paar Dinge abgeholt werden. Dabei gibt's einen Kaffee – und dann beginnt der Tag.

 

Wir sahen derweil die Finnmarken in den Hafen einlaufen. Man konnte auch schon sehen, dass der Himmel freundlicher wurde. Das wird schon werden mit dem Wetter – wir sind ja in Norwegen. Nicole hatte spontan die Idee, auf dem Hurtigrutenschiff frühstücken zu gehen und es gleichzeitig zu besichtigen. Gesagt, getan. Gästekarten bekommen, dann konnten wir uns frei auf dem Schiff bewegen. Es gab leckere Dinge ... süße Dinge. Ungewöhnliches, aber auch mal schönes Frühstück. Danach zeigt Nicole uns ihr Lieblingsschiff der Hurtigrute. Schön ...

 

Im Anschluss fuhren wir zurück – und bekamen die Einladung zur Nachmittagstour mit Jenny und Sergej. Königskrabbensafari – klasse :) Mit leckerem Essen. Die Zwischenzeit nutzen wir zum Lesen, Karten schreiben – und dann ging es auch schon los. Wir nahmen Andreas und Turit mit zum Hafen – Sergej fuhr voraus und wies uns den Weg. Vor dem Betreten des Bootes wurden mir mit warmen Overalls und Schwimmwesten ausgestattet – dann konnte es auch schon losgehen. Das Wetter war inzwischen perfekt. Die Sonne lachte vom blauen Himmel. Wir lernten u.a., dass die Königskrabben gar nicht in der Barentsee heimisch sind, sondern dort ausgesetzt wurden und nun keine natürlichen Feinde dort haben. Der Fang des Tages war sehr gut ... wir sollten wohl satt werden. Etwas brutal sah es aus, als Sergej die Krabben vorbereitete – es werden nur die Arme gegessen, der Torso landet wieder im Meer. Darüber durfte ich in dem Moment nicht nachdenken ... dann hätte ich später nichts essen können ... da bin ich ja dann doch mal ein Sensibelchen.

 

Es ging aus dem Fjord in den Pasvikfluss durch traumhafte Umgebung bis zur russischen Grenze bei Boris Gleb. Das Wasser war extrem niedrig – wir benötigten 3 Anläufe um die Steine zu umschiffen. Aber da wir eine gute Crew mit Sergej und Jenny hatten, kamen wir gut am Camp an. Wir bekamen Infos zum Grenzverlauf, sahen alte Bilder. Sergej bereitete die Krabben zu. Und das Spezialmenü für Sven, der bekanntlich kein „sjømat" mag. Für ihn gab es Kartoffelsalat und Grillwürstchen. Was für ein Service!

 

Nachdem wir u.a. gelernt hatten, warum die Grenze einen Bogen um eine kleine Kapelle macht, dass die Russen ihre Kinder im Fjord tauften und dazu im Winter löcher ins Eis sägten, einen Spaziergang bis zu den Grenzpfosten machten, die man auf gar keinen Fall übertreten durfte, wenn man keine hohe Strafe (bis 10000 NOK) zahlen wollte, gabe es Essen. Die Tafel war schon hergerichtet, Sergej kam mit den frisch zubereiteten Königskrabben. Premiere für mich – ich hatte gestern zwar ein Stück davon kalt probieren dürfen – aber frisch zubereitet kannte ich sie ja nicht. Etwas schwierig war es anfangs, an das Fleisch zu kommen – aber das übte sich schnell. Dazu gab es Brot und Mayonnaise und Weißwein. Was für ein fürstliches Mahl – dass mit Moltebeeren mit Sahne und einer Tasse Kaffee abgerundet wurde. Dann packten wir uns alle wieder gut ein – in Overalls und Schwimmwesten und es ging mit Speed zurück. Das Wasser war inzwischen gestiegen – keine großen Schwierigkeiten mehr mit der Rückfahrt.

 

Als wir wieder „nach Hause" kamen, trafen auch Hans und Nicole wieder ein. Alle wollten erstmal eine kleine Pause – nur Sven meinte sich noch ein wenig verausgaben zu müssen und machte eine kleine Radtour durch das nicht so ganz ebene Kirkenes. Ich bearbeitete derweil die Fotos von der Tour, die ich Nicole und Hans fertig dort lassen wollte.

 

Nach der Siesta backte Hans spontan für alle Waffeln ... was für eine landestypische Verpflegung heute. Fantastisch – auch wenn wir eigentlich noch satt waren. Aber sowas leckeres geht immer. Turit und Andreas kamen dazu, Sergej bekam Besuch von Frau und Sohn – und so war der Balkon wieder gut besetzt. Aber es war frisch an diesem Abend – so war es doch sehr schön, dass man um 21.00 Uhr wieder nach drinnen "musste" um Leichtathletik zu gucken ;) Sergej ging mit seiner Familie noch etwas Angeln.

 

Bevor wir schlafen gingen, gelangen mir noch ein paar schöne Fotos vom Abendhimmel über Kirkenes – traumhaft schön. Ein wunderschöner und spannender Tag ging zu Ende ... tusen hjertelig takk Nicole + Hans – und natürlich auch Sergej und Jenny. Ich empfehle hier einfach mal Barents Safari – es sind tolle Touren in jeder Jahreszeit, die Hans im Angebot hat.

Unser 9. Tag im Urlaub - Nach einem leckeren Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und verabschiedeten wir uns von Nicole. Hans hatten wir schon vorher tschüss sagen müssen – er hatte heute die frühe Tour mit den Hurtigrutengästen.

 

Es war eine tolle Zeit bei Euch – 1000 takk for denne gangen.

 

Bevor wir uns einmal mehr Richtung russische Grenze bewegten, kauften wir noch ein paar Vorräte für das bevorstehende Wochenende. Danach ging es los in Richtung Grense Jakobselv. An der Grenze waren wir schnell – am Grenzübergang. Spannend ist irgendwie, dass in Kirkenes wegen der Grenznähe alles norwegisch und russisch ausgeschildert ist. Am Grenzübergang war zeitgleich mit uns eine Hurtigruten-Reisegruppe angekommen.

Wir machten uns auf den Weg durch die wilde Natur im Grenzgebiet – traumhaft schön. Vorbei an Norwegens ältestem Gebirge mit tollen Ausblicken zum Genießen Diese Jahreszeit in Nordskandinaviene bietet einen irre Farbenvielfalt durch viele blühende Wiesenblumen, grüne Wiesen bzw. Flechten, blühende Heide und die vielen Beeren, die langsam reifen. Das bei einem Wetter wie wir es hatten ist es ein absoluter Traum.

 

Dass wir direkt an der Grenze entlang fuhren, merkten wir spätestens als die uns bereits bekannten Grenzpfähle wieder auftauchten. Gelb auf norwegischer Seite und grün-rot auf russischer Seite. Man darf auf gar keinen Fall hinter die gelben Pfähle treten hatten wir ja gelernt – aber plötzlich hatten wir entlang der Straßenführung einen gelben Pfahl auf der linken statt der rechten Seite. Kurze Überlegung, ob das so sein sollte – aber da kam schon der nächste gelbe Pfahl auf der richtigen Seite.

 

An der Kapelle, die zu Ehren König Oscar II erbaut wurde, stoppten wir kurz und gingen dort ein wenig herum. Ein alter russich-finnisch-samisch-norwegischer Friedhof war dort – sehr alte Gräber dort zu sehen. Nach diesem Stop ging es dann aber zum Endpunkt dieser Straße – zum Sandstrand an der Barentsee. Wow ... Sven badete seine Füße drin :)

 

Nachdem wir alles ausgiebig genossen und fotografiert hatten, machten wir uns auf den Weg zurück. Unterwegs ein kurzer Stop – zum Fotografieren gedacht – aber dann wurde in mir das Beerenfieber geweckt. Zuerst leckere, reife Blaubeeren und zu meiner großen Freude entdeckte ich noch eine Handvoll Moltebeeren. Leckerer kleiner Snack aus der Natur. Die richtige Mittagspause machten wir dann später am Pasvikfluss. Kurz danach überquerten wir den selben und sahen Hans und Jenny mit einer Reisegruppe auf Königskrabbentour – die hatten heute ähnlich mit wenig Wasser zu kämpfen wie bei der gestrigen Tour. Nun hieß es für uns aber endgültig „ha' det bra, Kirkenes". Wir machten uns auf den Weg gen Westen. Entlang der E6 ein Stück Richtung Tana Bru. Am Skoltefossen schon der erste Stop – ein schöner Wasserfall. Wie wir kurze Zeit später feststellten, konnte man hier Lachse springen sehen. Mal eine neue Fotoherausforderung.

 

Wenig später folgten wir Nicoles Tip, den Fischerort Bugøynes zu besuchen. Die Fahrt dorthin war schon durch eine sehenswerte Landschaft mit türkisblauem Wasser sehr schön. Der Ort an sich ein kleiner, verschlafener Fischerort, in dem trotz Festival nicht sehr viele Menschen unterwegs waren. Aber gemütlich ging es dort zu. Für uns nicht so reizend, dass wir, wie anfangs angedacht, dort über Nacht bleiben wollten. Also machten wir uns auf den Weg zurück und fuhren noch ein Stück entlang der traumhaften Küstenstraße E75 auf der Varangerhalbinsel. Das war sowieso unser nächstes Ausflugsziel. Allerdings war ich langsam etwas zu müde zum Fotografieren. Zum Glück kommen wir ja hier noch einmal längs – der Weg führt bis Hamningberg und dann ist Ende :) Sofern wir nicht in Vardø oder Vadsø auf die Hurtigrute aufspringen, müssen wir zurück, um die Reise fortzusetzen.

 

Für uns war heute in Vestre Jakobselv die Reise beendet – dort gab es einen schönen Campingplatz. Es war mittlerweile etwas windig und frisch, so aßen wir heute mal im Auto. Einen Spaziergang machten wir aber trotzdem noch. Der Wind hatte nachgelassen – wir waren viel zu warm angezogen. Der Ort Vestre Jakobselv hat einen sehr schönen Hafen – dort gingen wir länger spazieren, bis wir ein Gewitter aufziehen sahen. Schnell zurück zum Auto ... und die Frage, schlafen wir oben oder lieber unten? Wie ist es bei Gewitter im Aufstelldach? Sicher oder nicht?? Am Auto angekommen wirkte es so, als wäre das Gewitter in eine andere Richtung gezogen und wir entschieden uns für oben schlafen – machten aber unten ein wenig Platz, falls es doch noch so wird, dass wir umziehen müssen ...

Wie unsere Reise weiterging, erfahrt Ihr hier ...

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