n o r d l y s e t - f o t o g r a f i e
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Varangerhalbinsel, Berlevåg und mehr Schönheiten der Region

... ja – und dann sind wir irgendwann in der Nacht doch noch umgezogen. Das Gewitter kam. Wann?? Keine Ahnung. Aber so ganz geheuer war es mir nicht, da oben zu liegen, wenn es blitzt und donnert. Wie wir später feststellten, gibt es zu diesem Thema auch keine Info in unserer Betriebsanleitung für das Auto. Dort wird nur gesagt nicht bei Starkregen und Sturm ... hm ... Aber so haben wir zumindest mal probiert, wie man unten schläft. Auch gut – aber oben ist definitiv schöner für den Rücken und auch vom Klima her. Unten wird es halt doch sehr warm, wenn die Sonne scheint. Und das war heute Morgen wieder der Fall :)  Das Thermometer zeigte morgens schon 19 °C.

 

Beim Frühstück identifizierten wir ein Opfer der Tour durch das Pasviktal. Eine unserer blauen Tassen hatte ein Leck. Ich dachte, ich hatte mit Kaffee geplanscht – aber die Pfütze auf dem Tisch wurde immer größer ... ;)

 

Unser erstes Ziel der heutigen Tour war Vadsø. Dort machten wir einen kurzen Stop im Vadsøya Kulturpark. Ein schönes Naturreservat mit Mittelaltersiedlung, dem einzigen Luftschiffmast Europas (Nansen / Nobilis brachen hier mit Luftschiffen zum Nordpol auf). Ein schöner Morgenspaziergang. Danach noch kurz in die Stadt zur Kirche, die wir von unten entdeckt hatten und das Monument zu Ehren der finnischen Einwanderer wurde auch noch kurz fotografiert. Dann ging es entlang der E75 durch viele kleine Orte, die jeweils mit norwegischem, finnischem und samischem Namen beschildert waren, bis nach Vardø. Etwas, das es hier kaum gab, sind öffentliche WCs  ...

 

In Vardø spazierten wir zuerst hinauf zur Festung und schlenderten erst am Hafen entlang, weiter zur Spannbetonkirche und wieder zurück. Vom Pomorenfestival merkte man in Vardø auch nur ein paar Flaggen und eine Handvoll Verkäufer verschiedener Waren. Das Zelt war leer ... Noch kurz bei der Touristeninfo vorbei geschaut, dann ging es weiter. Gerne hätte ich ja einen Bootsfahrt zum Vogelfelsen gemacht und Lundis gesehen – aber für heute waren wir dazu leider zu spät. Und so lange wollten wir in Vardø nicht verweilen – zumal wir für Lundis möglicherweise schon zu spät sind. Aber – vielleicht kommen wir ja mal wieder hier her – man muss ja auch für später noch Ziele haben. Lundis fotografieren ist definitiv eines davon ;)

 

Unser Ziel heute war Hamningberg. Die 30 km lange Strecke dorthin sollte fantastisch sein. Also los ... am Anfang war es noch so, wie ein Großteil der Strecke bis Vardø war. Aber – links und rechts Massen von Moltebeeren und viele Menschen, die sie sammelten. Ich auch! Aber mangels passendem Schuhwerk war meine Ernte begrenzt ;) Nun ja - wir wollten ja auch weiter.

 

Irgendwann wies uns ein Schild darauf hin, dass die Straße ab sofort nur noch 3 m breit ist und man bitte vorsichtig fahren soll. OK, machen wir.  Die Landschaft wurde unglaublich. Und aufmerksam musste man sein – vorausschauend fahren, damit man die Ausweichstellen nutzen konnte, wenn etwas von vorne kam. Aber sowas wie hier hatten wir noch nicht gesehen. Felsen, die wie aus dem Boden herausstachen. Schotter, als wenn ihn jemand dorthin gekippt hatte – reinste Mondlandschaften. Und dann plötzlich mal Sandstrände, an denen sich Schafe und – Rentiere (!)vergnügten. So auch in Hamningberg. Sehr interessant.

 

Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an einem sehr vielversprechenden „Moltebeerenfeld" an – dieses Mal mit vernünftigen Schuhen wurde mein 500 ml Messbecher voll :) Lecker!!!! Diese Beeren, gemischt mit ein paar Blaubeeren, wird es wohl nach dem Abendessen als Nachtisch geben. Nachdem wir dann Vardø wieder erreicht hatten, ging die Rückfahrt etwas flotter voran. Spannend war unterwegs das Wetter. Es schien ein Regen-Gewittergebiet aufzuziehen. Von der einen Seite schwarzer Himmel, voraus aber noch sonnig. Irgendwo am Horizont schien aber auch ein Schauer runterzugehen. Was für ein Licht! Wir überlegten, wie weit wir heute noch fahren wollen. Ganz zurück entlang der E75 bis Tana Bru – oder bleiben wir auf dem Campingplatz, an dem wir heute gestartet sind? Der war ja eigentlich gut ... und wer weiß, wo dann der nächste kommt. Nachdem wir in Vadsø nochmal den Tank gefüllt hatten, entschieden wir uns, nur bis Vestre Jakobselv zurück zu fahren. Wir waren lange genug unterwegs. Es war ein spannender Tag mit vielen tollen Eindrücken und gefühlt einem Ausflug auf den Mond. Abends erreichte und dann wieder Regen und Gewitter – so dass wieder die Überlegung entstand wo wir denn heute schlafen. Abendessen – chinesiche Nudeln aus der Tüte und Moltebeeren mit Blaubeeren und Rømme gab es definitiv im Auto. Dort machten wir es uns dann heute auch gemütlich. Ich pendelte zwischen Wäschetrockner und Auto hin und her, Sven las. Es war mal an der Zeit, ein paar Sachen zu waschen. Weil man hier Trockner und Waschmaschine für den Gesamtpreis mitbenutzen durfte, nutzte ich das.  Blöd nur, dass die Waschmaschine kaputt ist und ich deswegen mal eine Handwäsche gemacht habe – das dauert ewig, bis die Wäsche im Trockner ganz trocken ist. Puh ... aber so hatte ich auch an diesem Abend meine Kilometer gelaufen ...

In der Nacht gab es mal wieder ein Gewitter mit Regen – dieses Mal blieben wir aber oben. Und – wie man sieht – alles gut gegangen ;)  Meine Wäsche hatte ich abends teilweise im Waschraum ausgebreitet – aber die Jeans und die T-Shirts in der Trommel waren noch immer nass. Also spielte ich das Spielchen vom Vorabend noch ein wenig weiter.

 

Frühstücken konnten wir heute, es ist inzwischen Reisetag Nr. 11 -  auch wieder draußen. Allerdings verhieß der Himmel nicht zwingend nur Gutes. Nun ja – irgendwann gab ich das Wäschetrocknen auf, wir packten zusammen und hängten die noch feuchten T-Shirts auf unserer Expandergummi-Wäscheleine im Auto auf. Auf dem Stück der E75 bis Varangerbotn machten wir noch 3 Fotostops. An der Kirche in Nessby, etwas weiter den nächsten, weil der Himmel so schön dramatisch wirkte. Da stellte Sven dann auch fest, dass unsere Handtücher noch am Fahrradträger hingen ;) Aber es war alles noch da und nun auch noch fahrtwindgetrocknet. Von Tana Bru machten wir uns dann auf dem RV 890 auf den Weg nach Båtsfjord / Berlevåg. Ein Stück war der Weg einheitlich, dann teilte sich die Straße durch die traumhafte Gebirgswelt. Wir blieben vorerst auf dem Weg nach Båtsfjord, in Berlevåg gibt es nämlich einen Campingplatz, den wir schon als Nachtdomizil ausgemacht hatten. Überall konnte man hier Schilder finden, die auf Kolonnenfahrtzeiten hinwiesen – wenn man die Straßenführung und die Einsamkeit bedenkt, kann es nur gut sein, im Winter bei Schnee und Dunkelheit hier nur kolonnenweise zu fahren mit Schneeflug voraus. Bevor wir nach Båtsfjord fuhren, machten wir noch einen 28 km Abstecher nach Syltefjord (auch Nordfjord). Ein abgelegener kleiner Ort, dessen Einwohner irgendwann umgesiedelt wurden und die Häuser nur noch als Feriendomizile nutzen.

 

Båtsfjord selbst ist nicht sehr spannend – sehr viel Fischindustrie – davon lebt diese Stadt. Aber sonst ist es nicht wirklich sehenswert. So schlenderten wir nur einmal hinauf zur Kirche, die ein sehr hübsches, großes Glasfenster hat – machten uns dann aber wieder auf den Weg nach Berlevåg. Mittlerweile waren es wieder 25 °C. Zurück durch das 325 m hohe Kongsfjellet bogen wir irgendwann auf die RV 891 ab. Dort wurde die Landschaft wieder bizarrer – nicht ganz so dramatisch wie nach Hamningberg – aber ebenfalls extrem sehenswert. Berlevåg selbst hat auch wesentlich mehr Charme ... also, wenn ich an dieser Stelle einen Tipp geben darf - Berlevåg direkt ansteuern ohne den Umweg über Båtsfjord! Wir fuhren noch ein Stückchen Richtung Store Molvik, merkten aber, dass die Strecke an sich nicht sein musste. Allerdings wuchsen am Straßenrand wieder Unmengen von Moltebeeren. Uns hatte das Moltefieber gepackt und wir wanderten durch das leicht moorige Gelände, um unseren Nachtisch für den heutigen Abend zu sammeln.  „Multbær med krem" als Dessert. Sehr landestypisch und lecker. Die fehlende Sahne kauften wir dann auch noch und stellten fest, dass Sprühsahne nicht gleich Sprühsahne ist. Es gab sogar den Kaffee dazu, der hier Gang und Gäbe ist.

 

Der Campingplatz liegt direkt am Hafen – neben dem Museum und man hat von dort einen schönen Blick auf den Ort und zum Hurtigrutenkai. Wie ich an der Rezeption las, treffen sich abends ab 22.15 Uhr immer die nordgehende und die südgehende Hurtigrute in Berlevåg. Schön, das mussten wir uns natürlich ansehen.

 

Es war ein fantastischer Abend mit Traumwetter und Traumlicht. Von den Bergen zogen spannende Wolken auf – über dem Meer schien die Sonne. Noch war ja Mitternachtssonne in dieser Region. Zuerst gingen wir ein wenig spazieren und dann warteten wir auf die Schiffe. Als Erste kam die Südgehende, die MS Lofoten. Das ist das älteste und auch kleinste Hurtigrutenschiff – Baujahr 1964. Die Nordgehende kam dann etwas später – ein schönerer Gegensatz hätte es nicht sein können – die MS Midnatsol – das neueste Schiff der Hurtigrute aus dem Jahr 2003. Wir genossen das Schauspiel, schossen unzählige Fotos und genossen den herrlichen Abend. Aber irgendwann ist es ja Zeit zum Schlafen ... auch wenn der Abend noch so schön ist ....

Ja ... und wenn ich mal ungeahnt zu Reichtum komme ... in Berlevåg möchte ich dann bitte meine Hytte ;)

Hier geht es weiter mit dem Abstecher auf die Nordkapp-Insel Magerøya und nach Hamnøysund ...

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