n o r d l y s e t - f o t o g r a f i e
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Jeder Urlaub endet mal ...

... so leider auch dieser. Tag 17 war der, an dem es wieder gen Süden ging.

 

Der Tag begann mit ein wenig Regen, also gab es mal wieder ein Frühstück im Auto. Als wir uns später auf den Weg nach Finnsnes machten, war es schon wieder freundlicher. Es geht halt oft sehr schnell in Norwegen.

 

Nun geht es also wirklich Richtung Heimat- Erst auf der RV 86 – dann später entlang der RV 84 nach Fossbakken. Die E6 brachte uns dann nach Narvik, wo wir noch einmal unsere Lebensmittelvorräte aufstockten. Danach hieß es dann, Abschied von Norwegen zu nehmen – wie immer mit wenig Begeisterung meinerseits. Wir fuhren von Narvik ein Stück zurück zur E10 und folgten dem Kong Olavs Vei Richtung Schweden. Am Torneträsk gab es für uns dann aber eine größere Pause. In Tornehamn gibt es einen alten Friedhof, auf dem die „Rallare“ – die Arbeiter, die die Eisenbahn zwischen Kiruna und Narvik gebaut und dabei ihr Leben gelassen haben – begraben. Da mich die Geschichten um „Svarta Bjørn“ – die Köchin Anna – interessieren, und auch sie hier begraben sein soll, wollte ich dort gern mal hin. Vom Rastplatz am Torneträsk ist dieser „Rallarkyrkogården“ ausgeschildert – aber wie weit es war, war uns nicht klar. Die Kirche hatten wir bereits von der Straße gesehen – und so gingen wir davon aus, das es auch bis zum Friedhof nicht so viel weiter war. Ich machte wir deshalb nicht so viele Gedanken um mein Schuhwerk und war in Flipflops unterwegs. Sicher nicht das perfekteste Schuhwerk für die Strecke – aber es ging. Etwas nasse Füße gab es und ich musste darauf achten, wo ich lief – aber der Weg an sich war sehr schön und auch gut zu laufen. Im Nachhinein schätzen wir den Weg auf etwas mehr als 2 km – allerdings bergauf und bergab – er liegt halt unweit der Bahnstecke.

 

Es ist ein Ort mit vielen weißen Holzkreuzen – mit Namen, Herkunftsland und Sterbedatum. Einige Angehörige haben offensichtlich noch zusätzlich Grabsteine aufgestellt. Auf dem Grabmal von „Svarta Bjørn“ steht nur „Anna, Norge“. Und das Datum ihres Todes – das hier mit 19.09.1900 angegeben wird.

 

Als wir von dort oben zurück waren, machten wir uns weiter am Torneträsk entlang auf den Weg gen Heimat. Die Streckenführung hatten wir heute mal unserem Navi überlassen, weil wir neugierig waren, ob es uns den gleichen Weg entlang schickt, wie wir bisher durch Schweden gen Norden gefahren sind. Also über Jokkmokk auf der Straße 97 und dann die E4 südwärts von Luleå gen Süden.

 

Tat es definitiv nicht – in Kiruna fuhren wir auf der E45 Richtung Gällivare. Da waren wir vorher auch noch nicht. Wir nutzten den Ort für einen Tankstopp – machten uns dann aber ebenfalls entlang der E45 weiter auf den Weg Richtung Jokkmokk. Dort blieben wir über Nacht – den Platz kannten wir ja bereits und wussten, dass er schön ist. Für die eigentlich standardmäßige Fahrradtour in den Ort und um den See war es allerdings schon zu spät – es blieb bei einem Spaziergang nach dem Essen am Campingplatz.

 

Wow – heute waren wir mal beide Langschläfer! Um 8.30 Uhr wurden wir erst wach. Das hatten wir den ganzen Urlaub noch nicht. Während ich gut mal hätte länger schlafen können, war Sven doch meistens gegen 7.00 Uhr wach. Meistens bemühte er sich jedoch, mich noch nicht wach zu machen, was im Auto auf so engem Raum nicht ganz einfach ist ;)

 

Wir frühstückten gemütlich in der Sonne – Jokkmokk zeigte sich von seiner schönsten Seite. Bevor wir den samisch geprägten Ort über die E45 verließen, kauften wir noch Renskav und Pfifferlinge bei dem ansässigen ICA Markt. Gestern Abend bekamen wir einen kulinarischen Tipp einer hier geborenen, jetzt in Deutschland lebendenden Campingplatznachbarin. Sie fragte, ob wir schon Rentierdöner probiert hatten – als ich das verneinte, meinte sie, man könne es auch gut selbst machen. Renskav (sehr dünne Scheiben Rentierfleisch) tiefgefroren kaufen, frische Pfifferlinge, Zwiebeln. Alles in Butter braten, würzen und dann Kartoffelbrei dazu.

 

Zutaten waren besorgt – dann wollen wir das heute Abend mal probieren. Und beim nächsten Mal im Norden gibt es dann vielleicht auch mal einen gekauften Rentierdöner. Kurzer Stop noch am Polarkreis, den wir nun ja wieder gen Süden überfuhren. Nun ging es aber erstmal weiter in die Richtung, die unser Navi vorschlug. Von Jokkmokk auf der E45 bis Arvidsjauer, eine freundlich wirkende samisch geprägte, kleine Stadt. Dort verließen wir die E45 und folgten unserem Navi auf die Straße mit der Nr. 365. Bei Frederika wurde es dann die 352. Ich hatte mich bereits in Lyksele gefragt, warum unser Navi nicht mal Richtung E4 navigierte – aber gut. Wir sollten der schnellsten Route folgen – und da wir ja kein Zeitproblem haben, wir mal so, wie die Technik es vorschlug.

 

Auf der 352 ein Fehler – das war mal wieder eine Stabilitätsteststrecke für Autos. Schlagloch an Schlagloch – erinnerte mich stark ans Pasviktal. Gar nicht schön! Irgendwie keine gute Idee, dem Navi blind zu vertrauen!

 

In Örnsköldsvik kamen wir dann ENDLICH wieder zur E4. Wie schön! Über weite Strecken hatten wir gerade Straßen und links und rechts Bäume … das kann bei aller Liebe zur Natur auch irgendwann mal ermüdend und langweilig werden. Wenn dann die Straße noch in schlechtem Zustand ist, macht das erst Recht keinen Spaß mehr …

 

Entlang der E4 machten wir dann noch eine kleine Pause an Höga Kusten Bro – dort gab es ja einen guten Sanitärbereich. Nach diversen, nicht so angenehmen Rastplatz-WCs war mir richtiges Händewaschen mal ein Bedürfnis. Wir haben auf dieser Art Reisen zwar immer Desinfektionstücher mit (empfiehlt sich sehr, oft ist händewaschen nicht möglich auf den WCs im Norden und appetitlich ist definitiv anders … aber besser als nichts sind sie dann doch).

 

Anschließend fuhren wir noch bis Sundsvall – und nächtigten wieder bei Fläsians Camping. Hier waren wir ja bereits auf dem Hinweg – aber so viel gab es danach auch nicht mehr in Richtung Süden. Es war ja schon spät – so lange wollten wir heute nicht mehr fahren.

 

Ich brutzelte dann mal das Rentierfleisch. Unsere Pfanne hätte gern etwas größer sein dürfen – aber mit ein wenig Geduld klappte es auch in der kleinen Pfanne auf dem Gaskocher. Lecker war’s – allerdings hätten wir uns zu diesem Gericht noch sehr gut ein paar Preiselbeeren vorstellen können. Nächstes Mal. Mit einem kleinen Spaziergang beendeten wir diesen Tag – und stellten fest, es wird hier tatsächlich wieder dunkel. Das hatten wir ja lange nicht … aber warm war es noch – auch abends gegen 22.00 Uhr konnten wir noch im T-Shirt herumlaufen.

Morgens um 7 war die Nacht zu Ende. Wir hatten ausgeschlafen. Auf zu den r frühstückten gemütlich, ich nutzte noch kurz das freie WLAN hier am Platz und dann ging es entlang der E45 Richtung Stockholm. Unser Navi hatte dagegen nichts einzuwenden ;) Nun ging es kontinuierlich und mit „normaler“ Reisegeschwindigkeit auf Autobahnen – zwischen 90 und 120 km/h. Unser Navi zeigte uns, dass wir ohne Pause um 22.53 Uhr zu Hause sein sollten. Das schaffen wir – irgendwie war relativ schnell klar, dass wir die restliche Strecke heute bewältigen werden. So haben wir vor dem Wochenende in Bremen zumindest noch 2 Tage zu Hause. War nicht unbedingt geplant aber eigentlich ein ganz gutes Gefühl …

 

Staufrei und ohne sonstige Hindernisse schafften wir die letzten Kilometer. In Ringsted bei McDonalds gab es noch ein schnelles Abendessen – und gegen 23.00 Uhr fuhren wir wieder zu Hause auf die Auffahrt.

 

Insgesamt sind wir in diesem Urlaub in 19 Tagen Urlaubsreise stolze 8829,7 km gefahren … schön war's und einige der besuchten Orte werden uns definitiv wieder sehen!

 

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